Adresse

Kurhausdamm 1
75378 Bad Liebenzell

Telefon

07052 930930

Therapie von übermäßigem Schwitzen

1. Was versteht man unter der Therapie von übermäßigem Schwitzen?

Unter übermäßigem Schwitzen leidet ca. 1% der Bevölkerung. Man unterscheidet zwischen genereller Hyperhidrose, dem verstärkten Schwitzen am ganzen Körper, und fokaler Hyperhidrose, dem verstärkten Schwitzen an einzelnen Körperregionen. Hier besonders häufig betroffen sind Füße, Hände und Achseln. Das allgemeine Schwitzen ist meist Folge einer Stoffwechselerkrankung wie z.B. der Schilddrüsenüberfunktion. Es ist viel seltener als das verstärkte Schwitzen an einzelnen Körperregionen. Dies ist bei vielen Menschen keineswegs ein rein ästhetisches Problem, sondern führt häufig zu ausgeprägten Problemen im zwischenmenschlichen Kontakt sowie am Arbeitsplatz. Dabei entsteht sehr schnell ein Teufelskreislauf. Denn das Schwitzen führt zu Nervosität, welche wiederum das Schwitzen verstärkt. Betroffene vermeiden beispielsweise den Händedruck zur Begrüßung und ziehen sich immer mehr zurück. Neben möglichen, äußerlichen Therapien wie die Anwendungen von Aluminiumchlorid oder Iontophorese hat sich die Injektion von Botox aufgrund ihrer großen Zuverlässigkeit immer stärker durchgesetzt. Mittels Botox lässt sich das übermäßige Schwitzen gezielt, schnell und sicher behandeln. Dabei erfolgt die Injektion in die gewünschte Körperregion und nach spätestens 1 Woche tritt eine deutliche Besserung ein, da die Nervenimpulse für die Schweißdrüsen gezielt blockiert werden. Im Bereich der Achseln ist die Entfernung der Schweißdrüsen mittels Liposuktion eine Möglichkeit das Problem endgültig zu besiegen.

2. Wie verläuft die Therapie?

Eine genaue Analyse des vorliegenden Problems mit ausführlichem Gespräch, in dem Ihre Erwartungen und Wünsche besprochen werden steht vor jeder Behandlung. Danach erstellen wir für Sie einen individuellen Behandlungsplan und informieren Sie über mögliche Zusatz- oder Alternativbehandlung. Bei der Behandlung mit Botox wird die Haut desinfiziert, vorher kann die Haut mit einer Betäubungscreme behandelt werden. Gesellschaftsfähigkeit besteht in der Regel sofort nach der Injektion. Nach 2 bis spätestens 7 Tagen zeigt sich dann bereits eine deutliche Verminderung des Schwitzens. Die Kosten für die Behandlung werden häufig von den privaten Krankenkassen übernommen, von den gesetzlichen Krankenkassen nur in Einzelfällen. Nach 5 bis 12 Monaten lässt die Wirkung des Botox nach und die Behandlung muss wiederholt werden. An den Achseln besteht die Möglichkeit die Schweißdrüsen zusammen mit dem Fettgewebe abzusaugen und so zu entfernen. Der Eingriff kann in diesem Areal entweder nur in Lokalanästhesie oder bei größeren Arealen in Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf durchgeführt werden und dauert ca. 1 Stunde. Die Kanülen zur Liposuktion werden über kleinste Hautschnitte eingeführt, die in der Regel narbenlos abheilen. Wie oben bereits erwähnt, führen wir die Technik der Vibrations- Liposuktion oder PAL (= Power Assisted Liposuction) durch. Hierbei handelt es sich um eine Verfeinerung der häufig angewandten Tumeneszenztechnik. Zunächst wird über die Hautschnitte eine Kochsalzlösung mit Adrenalinzusatz (zur Reduktion des Blutverlustes) und mit einem lokalen Betäubungsmittel (zur Schmerzlinderung) in das Gewebe eingebracht. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden. Meist besteht nach 1-2 Tagen Arbeitsfähigkeit. Der Fadenzug, falls überhaupt notwendig, da die kleinen Hautschnitte meist mit Klammerpflastern verschlossen werden können, erfolgt nach ca. 10 Tagen. Durch das Absaugen kann eine deutliche Reduktion der Schweißbildung jedoch kein komplettes Sistieren erzielt werden.

3. Welche Risiken gibt es?

Bei der Therapie mit Botox gibt es in der Regel keine nennenswerten Komplikationen. Einziger Nachteil ist, dass das Ergebnis nicht dauerhaft bleibt, sondern in individuell unterschiedlichen Abständen immer wieder wiederholt werden muss. Bei der Liposuktion können Wundheilungsstörungen sowie Gefühls- störungen auftreten. Diese verschwinden jedoch meist nach einigen Wochen. Außerdem kann es zu vermindertem Haarwuchs in den Achseln kommen. Dies empfinden die meisten Betroffenen jedochals positiv.